FIT & MUNTER 5/26 ZEITUMSTELLUNG 23 Vier Uhr morgens, hellwach – obwohl man todmü- de ist. Oder abends kaum die Augen offenhalten können, obwohl der Abend noch jung ist. Rund um die Zeitumstellung geraten viele Menschen aus dem Takt. Petra Graf, dipl. Drogistin HF bei der swidro Naturdrogerie in Goldach, kennt das Phänomen aus der täglichen Beratung. Ihr praktischer Rat: «Ich empfehle, bereits ein bis zwei Wochen vorher schrittweise die Schlafzeiten anzupassen – alle zwei Tage etwa zehn Minuten später ins Bett gehen und entsprechend später aufstehen. So kann sich der Körper sanft einpendeln, bevor die Umstellung offi- ziell stattfindet.» Ergänzend rät sie zu regelmässi- ger Bewegung an der frischen Luft, ausgewogener Ernährung und sozialen Kontakten, die einem gut- tun. Doch warum reagiert der Körper so empfind- lich auf eine einzige Stunde? Eine wichtige Rolle bei der Antwort spielt dabei die innere Uhr und mit ihr das Zusammenspiel von Licht, Hormonen und Ge- wohnheiten. MELATONIN, SEROTONIN – DAS ZUSAMMENSPIEL IM DUNKELN Was im Körper passiert, wenn wir schlafen (oder eben nicht), hat viel mit zwei Schlüsselhormonen zu tun: Melatonin und Serotonin. Melatonin ist ein wichtiges Signalhormon für den Tag-Nacht-Rhyth- mus. Serotonin hingegen – oft als «Glückshormon» bezeichnet – ist an vielen Prozessen beteiligt und ANZEIGE ANZEIGE SCHLAFSTÖRUNGEN? Ausreichender Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil für einen gesunden Lebensstil. Über - mässiger Gedankenfluss oder Verspannungen sind häufige Ursachen für unruhigen Schlaf. Similasan Schlafstörungen, erhältlich als Globuli, Tabletten oder Tropfen, bietet sanfte Unterstützung. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Similasan AG OYONO NACHT – FÜR DIE REGENERATION* ÜBER NACHT Innovative 3-Phasen-Tablette mit zeitlich versetzter Freisetzung der enthaltenen Pflanzenextrakte von Ashwagandha, Baldrian, Passions- blume, Zitronenmelisse, dem Vitamin B6 sowie der Aminosäure L-Tryptophan. Nahrungsergän- zungsmittel. * Vitamin B6 trägt zu einem normalen Ener- giestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems, einer normalen psy- chischen Funktion und zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. kann im Körper als Vorstufe von Melatonin dienen. «Melatonin wird bei Dunkelheit gebildet. Deshalb empfehle ich, abends in gedimmtem Licht zur Ruhe zu kommen und das Handy frühzeitig wegzulegen – das Licht von Bildschirmen kann die abendliche Melatoninbildung beeinflussen», erklärt Petra Graf. Auch Stress spielt eine wesentliche Rolle: Chroni- scher Stress kann das Stresssystem dauerhaft ak- tivieren und die Schlafqualität deutlich beeinträch- tigen. «Eine gesunde Work-Life-Balance ist daher entscheidend für guten Schlaf», betont sie. Melatonin ist ein wichtiges Signalhormon für den TagNacht Rhythmus. Weniger bekannt, aber bemerkenswert: Ein gros- ser Teil des körpereigenen Serotonins wird im Darm gebildet. Welche Bedeutung dies für den Schlaf im Einzelfall hat, ist komplex. «In der Beratung lohnt sich deshalb ein ganzheitlicher Blick auf Verdauung, Ernährung und Alltag», sagt Petra Graf. Besondere Bedeutung kommt dabei der Amino säure L-Tryp- tophan zu: Sie wird zunächst zu Serotonin und an- schliessend zu Melatonin umgewandelt. Ob eine ergänzende Einnahme von L-Tryptophan sinnvoll ist, sollte individuell und fachlich abgeklärt werden, denn Fragen zu Nährstoffen, Ernährung und Schlaf- Wach-Rhythmus gehören in eine persönliche Fach- beratung. DER MENSCH ALS TEIL NATÜRLICHER RHYTHMEN – WIE PARACELSUS All diese Prozesse – Licht, Hormone, Darm – zeigen: Schlaf ist kein isolierter Vorgang, den der Körper auf Knopfdruck liefert. Er folgt einem Rhythmus, der tief in der Natur verankert ist. Und genau das ist ein Gedanke, den Paracelsus schon vor 500 Jahren formulierte: Der Mensch sei kein isoliertes Wesen, sondern Teil eines grösseren Rhythmus. «Unser Körper ist von Natur aus auf den Wechsel von Licht und Dunkel ausgerichtet. Der Mensch ist keine Ma- schine mit Ein- und Ausschalter», sagt Petra Graf. «Unser Körper besteht aus Rhythmen – wie Ebbe und Flut, der Mondzyklus oder die Jahreszeiten. Je mehr wir gegen diesen Rhythmus leben, desto mehr gerät unser System aus dem Gleichgewicht.» Wer versteht, dass Schlafprobleme unter anderem ein Zeichen eines gestörten Rhythmus sein können, geht das Thema anders an. →